Trennungsritual: So kannst du dich kraftvoll verabschieden

Auch wenn wir alles dafür gäben, um es zu verhindern: der Tod eines geliebten Menschen, das Ende einer Liebesbeziehung, die Notwendigkeit an einen anderen Ort ziehen zu müssen … Trennung, sich verabschieden, von etwas lassen … wir können uns diesen Erfahrungen nicht entziehen.

Der Schmerz darüber ist oft furchtbar.
Wir glauben, es nicht ertragen zu können.
Dass das Leben jemals wieder anders sein könnte, freundlich, fröhlich, liebevoll und lebenswert, das bleibt uns in solchen Phasen in aller Regel verwehrt.

Umso wichtiger ist es, dass wir aktiv werden, dass wir unser Schicksal und unsere Zukunft aktiv in die Hand nehmen. Damit sich wieder Kraft aufbauen kann in uns. Und Zuversicht.

Rituale sind ein wunderbares Werkzeug, um einen nächsten Schritt zu tun. Ein Trennungsritual ist kein Wundermittel, keine Pille, die du mal eben schluckst und der Schmerz ist Vergangenheit, das Thema ist gegessen. Das hätten wir zwar gerne, das Leben funktioniert jedoch so nicht. Was ein Trennungsritual jedoch bringen kann ist das gute Gefühl, selbstbestimmt unterwegs zu sein, den Schmerz über den Verlust anerkennend und bereit sein, ihn – dosiert!! das ist wichtig – zu fühlen.

Hier stelle ich dir ein einfaches, wirkungsvolles Trennungsritual vor, das ich für mich in einer schwierigen Abschiedssituation kreiert habe:

Wähle einen Tag, an dem du dich etwa einen halben Tag gänzlich frei machen kannst von Verpflichtungen.

Schalte dein Handy aus.

Das Ritual beginnt in dem Moment, in dem du dein Zuhause verlässt, wenn du die Haustür hinter dir schließt. Und es endet genau in dem Moment, wenn du diese Tür wieder öffnest

Dazwischen ist deine ganze Wahrnehmung gefragt. Alles ist wichtig, was du mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst.

Nimm es nur wahr, analysiere es nicht, BEMERKE es nur.

Gehe in den Wald.

Finde einen etwas abgeschiedeneren Platz, etwas abseits von Pfaden und Wegen.

Nimm diesen Platz intensiv wahr und frage innerlich, ob du hier willkommen bist.

Wenn du ein “ja” empfindest, beginne aufzusammeln und zu einem Haufen aufzuschichten, was du in der Nähe findest. Äste, Zweige, Laub, Baumstämme, was auch immer sich dir anbietet und was sich für dich gut anfühlt.

Mache einen Haufen. Einen großen oder einen kleinen, ganz nach Gefühl.

Bei jedem Teil, das du dem Haufen zufügst, verabschiede dich von etwas, das hinter dir liegt, vom dem du dich jetzt TRENNEN musst. Du brauchst diesem “etwas” keinen Namen geben, es muss nichts Gegenständliches und auch kein bestimmtes Ereignis sein – gib nur weg.

Sage laut und deutlich bei jedem Teil, das du dem Haufen zufügst: “Ich verabschiede mich und danke, dass es in meinem Leben war.” Bei JEDEM Teil.

Wenn es sich nach fertig sein anfühlt, betrachte den Haufen, bedanke dich bei dem Platz, an dem du bist, nimm einen tiefen Atemzug – UND GEHE. Aufrecht und mit erhobenem Kopf!

Beende zuhause das Ritual bewusst (mit dem Aufschließen der Haustür).

Wenn der Trennungsschmerz wiederkommt, kannst du an diesen Platz gehen, und im Geist – oder real – weitere Teile auf den Haufen legen. Es soll aber jedesmal als BEWUSSTES Ritual passieren. Dann hat es große transformative Kraft !!!

____________

Vielleicht denkst du “ach, nein, das lohnt nicht” oder “ist mir zu abgehoben” oder was auch immer. Ich lade dich ein, es auszuprobieren. Mit ganzem Herzen auszuprobieren. Hast du was zu verlieren? Du hast schon dir Wertvolles verloren – verliere jetzt nicht auch noch dauerhaft deine Kraft und deine Lebensfreude!!!!!

Du brauchst ja niemandem zu erzählen, dass du ein Trennungsritual planst. Oder gemacht hast. Kannst du ja einfach für dich behalten.

Lies mal diesen Erfahrungsbericht. Er stammt von einem Mann, Ende 20. Seine Versuche, seine Freundin wieder für die Verbindung zu gewinnen und die Beziehung weiterzuführen, waren final gescheitert. Dann nahm er den Vorschlag eines Trennungsrituals an…

Den Wald als geeigneten Ort auszuwählen, haben Sie bei mir offene Türen eingerannt, denn Wald verbinde ich mit vielen positiven Erinnerungen. So fiel die Wahl auf einen Wald, in dem ich eine sehr glückliche Kindheit erleben durfte. Den geeigneten Platz aufzusuchen fiel mir ebenfalls leicht – es handelt sich eine etwas abseits der Hauptwege liegende Anhöhe, die früher als Ausgangspunkt für winterliche Rodelfahrten diente.

Ich betrat diesen Ort, und es fühlte sich stimmig an.

Der Haufen bestand letztlich hauptsächlich aus herabgefallenen, stattlichen Zweigen, so dass ich während der Arbeit ins Schwitzen kam. Das fühlte sich gut an – körperliche Arbeit tut in einer solchen Trennungssituation einfach gut. Sie holt dich vom Kopf (inklusive seiner fruchtlosen Grübeleien) doch sehr ins Hier und Jetzt …

Ich habe nicht auf die Uhr gesehen, aber vermutlich war bereits nach etwa einer Stunde der Haufen intuitiv fertig. Hoch erhobenen Hauptes ging ich die etwa 20 Minuten zurück zum Auto. Wie empfohlen beendete ich das Trennungsritual
mit dem Aufschließen der Wohnungstür.

Was die Wirkung des Ganzen betrifft, wird die (nähere) Zukunft wohl zeigen. Gefühlsmäßig habe ich bereits davon profitiert, weil jetzt ein Trennungsritual an einem konkreten Ort und zu einer bestimmten Zeit das Loslösen von meiner früheren Freundin markiert.

Die körperliche Arbeit und das Auswählen des Ortes haben mir gut gefallen. Auch die Arbeit mit einem ausdrücklich
wertschätzenden und dankbaren Blick auf das Zurückliegende zu begleiten, war ganz in meinem Sinne.

Ein letzter Rest mulmiges Gefühl bleibt bei mir vielleicht insofern, als es natürlich nicht “Klick” gemacht hat und auf spektakuläre Weise alles von jetzt auf gleich völlig im Reinen war. Aber das dürfte weniger am Trennungsritual liegen, sondern vielmehr an meiner Erwartungshaltung: Insgeheim hatte ich mir genau diese Wirkung eigentlich doch gewünscht. Zu
groß ist bei mir der – es ist mir bewusst: unrealistische – Wunsch, den Trennungsschmerz, den ich in manchen Situationen als geradezu überwältigend und erschreckend lähmend erlebe, doch eben schnell und nachhaltig loszuwerden.

So hoffe ich auf das Vertrauen, zu dem ich derzeit fähig bin — wissend, dass das sicher ein Schlüssel zum Erfolg Ihres schönen Trennungsrituals bei mir sein wird.

Tilo

____________

Welche Erfahrung machst du?
Schreibe mir bitte, wie du dieses Trennungsritual erlebst.
Alles Gute für dich!
Robert

 

Du hilfst mir sehr, wenn du diesen Beitrag mit deinen Kontakten teilst.
Vielen Dank!

Menü