Liebe – der Geist, der allem Leben gibt

Allzu inhaltsschwangere Weisheiten gehen mir auf die Nerven, ehrlich gesagt. In aller Herrgottsfrühe sowieso. Aber dieser kleine Hinweis – der Aufdruck auf der Verpackung eines Teebeutels – ließ mich innehalten: “Der Geist, der allem Leben gibt, ist die Liebe.” So stand es da. Und erreichte mich in merkwürdiger Intensität. Woher kam diese starke Regung in mir? Was klang da an?

Die meisten von uns haben doch Angst vor Liebe.

Es arbeitete in mir, ließ mich nicht los.

Was geschieht im Leben eines Menschen,…

wenn nicht nur die partnerschaftliche Liebe das wichtigste Thema ist, sondern Liebe überhaupt?

Liebe im universellen Sinn.
Liebe als spirituellen Weg betrachten.

Liebe als eine innere Haltung zu begreifen, als geistigen Schritt:

Die Liebe als kreative Wahl gibt Ausrichtung und Sinn und Inhalt.

Auf die Vielfalt der Formen, die das Leben annimmt, haben wir ja nur geringen Einfluss.

Wir können aber wählen, wie und was wir über die Dinge denken.
Welche Interpretationen wir für uns persönlich wirksam werden lassen.

So beeinflussen wir größtmöglich.
Und damit beeinflussen wir das, was sein wird!

Wir beeinflussen durch unsere Interpretationen nicht nur unsere persönliche Wirklichkeit, sondern auch die von anderen.

Das bedeutet:

Wir sind immer Täter, Bewirkende, Gestaltende – und niemals Opfer.

Es ist ein prickelndes Übungsfeld, diese Sichtweise wach zu halten.

Denn eine solche Grundhaltung eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Liebe und für Liebes-Beziehungen:

Liebe jenseits von einander-nötig-haben.

Es ermöglicht bewusst gestaltete Beziehungen, in denen Erwachsene in ihrem So-Sein des jeweiligen Augenblicks ihren Platz haben.

Dann ist die Liebe in der Tat der Geist, der allem Leben gibt.

Dann bleibt der Liebe ihr Zauber, auch wenn sich Wege trennen, auch wenn sich unsere Sehnsucht nicht mehr in dieser geliebten Person verwirklicht – wir lieben weiter.

Eine hoch hängende Messlatte.
Eine Herausforderung.
Ein Übungsfeld.

Es duftet nach Freiheit.
Und Schönheit.
Und nach Verbundenheit.

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