Was ist männlich? 10 Thesen, dein Potenzial zu entfalten

was ist männlich

Nur zu, hier geht es um Männer UND um Frauen. Auch wenn sich die Einladung, Potenzial zu entfalten, an die Männer richtet. Die Frage, was einen Mann ausmacht, müssen schließlich beide Geschlechter beantworten. Also, was ist männlich? Was bedeutet es, ein wahrer Mann zu sein? Ist er vor allem klar und gradlinig? Natürlich auch empathisch und sexuell empfindsam? Klar, er verdient gutes Geld und kümmert sich selbstverständlich um Haushalt und Kinder…

Nun, was ist männlich?
Lustvoll Mann sein!

Dutzendweise Bücher kannst du zu dem Thema finden, was aus einem Mann einen Mann macht.

„Lustvoll Mann sein“ stelle ich hier vor, weil es neben einigem Selbstverständlichem reichlich Zündstoff liefert – du brauchst dir nur die folgenden zehn Thesen etwas genauer anzuschauen.

Die Autoren Saleem Matthias Riek und Rainer Salm wagen damit einen „erhellenden Grenzgang in bisher völlig unterbelichtete Gefilde männlicher Sexualität, der die Emanzipation in einem neuen Licht erscheinen lässt“, schreibt der Verlag.

Ich finde es lohnt sich, über diese Thesen nachzudenken. Besonders wenn dich zurzeit Verlassenwerden-Ängste und Liebeskummer umtreiben.

Hier sind sie, die zehn Thesen von Riek und Salm, wie du als Mann dein Potenzial entfaltest:

1. Je mehr Neugier wir Männer uns zugestehen,

…desto weniger Krisen sind nötig, um uns für neue Horizonte zu öffnen. Für viele Männer ist eine Krise der Ausgangspunkt ihrer Entdeckungsreise, sei es Trennung, Krankheit, schmerzlicher Verlust oder schleichende Unzufriedenheit. Neugier und Entdeckungsfreude können Krisen entbehrlich machen, sie lassen uns Risiken eingehen, so wie jedes Kind ständig Neues riskiert.

2. Liebe und Beziehung…

…sind Männern genauso wichtig wie das unmittelbare sexuelle Erleben. Dass Männer Sex über Liebe stellen, ist ein Mythos. Männer favorisieren jedoch unterschiedliche Beziehungsformen – von lebenslanger Treue bis zu spontanen Begegnungen gibt es ein weites Spektrum möglicher Vorlieben. Wenn Männer darauf hoffen oder gar erlebt haben, dass es sich lohnt, sind sie auch zu herausfordernder Beziehungsarbeit auf Augenhöhe bereit.

3. Auch Männer sind fähig, vielfältige Formen von Lust und Orgasmus zu erleben.

Die Ejakulation als Schlussakkord jeder sexuellen Begegnung ist nicht mehr selbstverständlich und auch nicht von allen Männern erwünscht. Es ist allerdings nicht einfach, unterschiedliche Qualitäten von Lust und Befriedigung zu beschreiben. Wir brauchen dafür noch eine angemessene Sprache.

4. Männer haben vielschichtige Gefühle…

…und sind zu tiefem emotionalem Erleben fähig. Allerdings wurde vielen Männern schon in der Kindheit das Fühlen abtrainiert. Die Wiederentdeckung der Innenwelt kann ein langwieriger und zuweilen schmerzhafter Prozess sein. Sexuelle Erfüllung und das bewusste Spüren der eigenen Gefühle liegen nahe beieinander. Die Aussicht auf tiefer erfüllenden Sex kann Männer zum Risiko größerer emotionaler Öffnung motivieren.

5. Männer sind es kaum gewohnt, sich selbst zu lieben.

An die Stelle von Selbstliebe treten Selbstsucht, Sexsucht oder die Abwertung anderer. Sich mit innerer und äußerer Abwertung auseinanderzusetzen, mit der Geringschätzung eigener Körperlichkeit, mit der Unterdrückung der eigenen Gefühle, mit der vielfältigen Abwertung von Mannsein, all das kann helfen, Selbstliebe zu entwickeln und unabhängiger von Anpassung zu werden. Selbstbefriedigung kann zum Ausdruck wirklicher Selbstliebe werden.

was ist männlich6. Homophobie – die verdeckte Angst vor dem Schwulsein – beißt sich…

…mit einem entspannten Verhältnis zur eigenen Sexualität. Auch Männer, die Frauen begehren, können erotischen Erfahrungen mit anderen Männern etwas abgewinnen, wenn sie bereit sind, sich ihrer Angst zu stellen. Die Kategorien hetero-, homo- oder bisexuell werden der inneren Vielfalt an Erlebnismöglichkeiten nicht gerecht.

7. Männer tragen männliche wie auch weibliche Seiten in sich.

Sexuelle Befriedigung hängt eng mit einer gelungenen Gestaltung der inneren männlich-weiblichen Polarität zusammen. Diese Polarität wird von Männern unterschiedlich erlebt, das Spektrum an Vorlieben reicht von aggressivem Sex über die Lust an der Initiative bis zum empfänglichen, stillen Verweilen ineinander oder gar zum Wunsch, selbst penetriert zu werden.

8. Männer sind bereit, sich sexuell fortzubilden,

…wenn sie sich etwas davon versprechen. Viele haben kaum Ahnung, welche Möglichkeiten der Weiterbildung es überhaupt gibt. Liebesschulen finden sich eher in gesellschaftlichen Nischen. Oft sind große Scham- und Schuldgefühle zu überwinden, bis Männer sich tatsächlich Hilfe holen oder entsprechende Seminare und Trainings besuchen.

9. Die Frage nach dem richtigen Mann verliert an Bedeutung.

Je mehr Männer ihr inneres Erleben und ihre Sexualität neugierig erkunden und je mehr Akzeptanz sie sich selbst entgegenbringen, desto weniger müssen sie sich beweisen. Es braucht Mut, zum individuellen Mannsein zu stehen, besonders wenn Kollegen, Freunde oder die Partnerin etwas anderes erwarten.

10. Die erotisch-sexuellen Vorlieben von Männern sind unterschiedlich.

Diese letzte These ist einerseits banal, andererseits noch nicht im kollektiven Bewusstsein verankert. Der eine liebt das unverbindliche erotische Spiel, der andere öffnet sich erst in einer verbindlichen intimen Beziehung. Mancher verbindet Sex mit Kinderwunsch, ein anderer liebt es, über Grenzen zu gehen und Tabus zu brechen, und wieder andere fühlen sich am tiefsten von der spirituellen Dimension im Sex berührt. Wir können versuchen, Erklärungen für diese Unterschiede zu finden, müssen das aber nicht. Wir können sie einfach als Ausdruck der Fülle Lebens betrachten, zu der wir Männer wesentlich beitragen.

Soweit Saleem Matthias Riek und Rainer Salm, die Autoren von „Lustvoll Mann sein“.
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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hey Robert,

    wirklicher schöner Artikel – 10 knackige Themen, bei denen es bei viele Männern hapert.
    Auch der Mangel an Männerfreundschaften ist ein wichtiges Thema dieser Zeit, was ganz oft im zwischen den Zeilen mit auftauchte!

    Wirklich toll das zu lesen – danke dafür 🙂

    1. Hallo Martin, etwa drei Viertel der Männer haben nach den ersten zwei Jahren einer Liebesbeziehung zu einer Frau KEINE MÄNNERFREUNDE mehr!!!
      Leider habe ich die Quelle dieser Information nicht mehr, es kommt aber auch nicht auf die absolute Prozentzahl an – die Tendenz dieser Aussage stimmt nach meinen Beobachtungen auf jeden Fall.
      Damit schneiden wir Männer uns aber von unserer Basis ab…

      Deinen Dank für die zehn Thesen leite ich an die beiden Buchautoren Saleem Matthias Riek und Rainer Salm weiter, okay? 🙂

  2. ich finde es viel erschreckender, dass es solcher Literatur bedarf. Was ist das neuerdings für ein Leben? Wenn ich nur 30 Jahre zurück schaue, da hat man sich verstanden und hat zueinander gefunden. Heute wird aus soetwas schönem wie eine Beziehung eine Wissenschaft gemacht. Viele Frauen denken es ist weiblich, es dem Mann sonst wie schwer zu machen (wird ihnen ja täglich durch ihre lieblings Soapes ja auch so vorgelebt). Wir männer sind mit soviel übertriebener und unnatürlicher Weiblichkeit natürlich überfordert. Für alles braucht es eine Anleitung. Das hatte Man(n) früher auch nicht, und schon gar nicht in Beziehungsfragen. Alles muss perfekt sein, sonst taugt ein Mann ja nicht. Oder würde ihn vielleicht gerade das unperfekte perfekt machen?

    Ich weiß nur, dass ich mich auf diese Kinkerlitzchen nicht einlassen werde, denn das bin nicht ich. Wenn ich schauspielern muss, jemand anderes sein muss als der der ich bin, und ich weiß, dass ich gut so bin wie ich bin, dann ist mir das definitiv zu viel Arbeit, zu anstrengend, über jedes einzelne Handeln und tun nachzudenken, nur um für eine Frau eventuell, nur eventuell gut genug zu sein.
    Frau sollte sich vielleicht mal überlegen, ob sie für uns Männer in der Form gut genug ist oder ob sie nicht besser für uns wäre, wenn sie uns Männer unsere Eigenarten lässt, wie auch wir ihnen ihre Eigenarten lassen. 😉

    1. Hallo Dirk, danke für deine Gedanken. Und:
      „Wenn ich nur 30 Jahre zurück schaue, da hat man sich verstanden und hat zueinander gefunden.“
      Echt? Wenn es in DEINEM Leben so war, klasse, Gratulation – ich kenne viele Frauen und Männer, die behaupten das Gegenteil.

      „Viele Frauen denken es ist weiblich, es dem Mann sonst wie schwer zu machen.“
      Auch da geht´s mir komplett anders – ich kenne tatsächlich keine einzige Frau, die DAS für weiblich hält.

      „Alles muss perfekt sein, sonst taugt ein Mann ja nicht.“
      Ist das vielleicht DER Stressgedanke für uns Männer schlechthin? Ein selbstgemachter Stressgedanke?

      Wie auch immer, ich schicke dir mal zwei Männer-Blogs, die das Mann-Sein betrachten, in manchen Beiträgen sehr polarisierend und direkt:
      http://www.maennlichkeit-staerken.de
      http://anchukoegl.com/

  3. Lieber Robert,
    danke dass du die Thesen hier zur Diskussion stellst. Allerdings passiert das, was medial meistens passiert und was wir in unserem Buch deutlich kritisieren: Man fokussiert auf diese ausgeleierten Fragen wie „Was ist männlich?“ (s.o., sie stammt nicht aus unserem Text) oder „Wann ist ein Mann ein Mann?“
    Wir halten dieser Art Fragen für heute absolut entbehrlich. Mögen sich Forscher darüber streiten, warum in fast allen Völkern dieser Erde Männlichkeit etwas ist, was erst bewiesen werden muss, wir schließen uns dem nicht an. Im Gegenteil, viel interessanter als mein Mannsein zu beweisen finde ich die Frage „WIE will ich Mann sein?“
    Was wir mit dem Buch durch die 15 intimen Gespräche einfühlbar machen ist: wir Männer sind sehr unterschiedlich, haben unterschiedliche Prägungen, unterschiedliche Vorlieben. Wir haben das Buch nicht geschrieben, um wieder einmal einen neuen Idealmann auszurufen, sondern um Anregungen zu geben, die jeder individuell für sich aufgreifen kann, oder auch nicht. Und die Anregungen genau wie die Thesen oben mögen ermutigen, es eben nicht anderen oder insbesondere Frauen Recht machen zu müssen. Dafür brauchen wir aber tieferen Kontakt mit uns selbst.
    Herzliche Grüße! Saleem
    Hier noch weitere Infos zum Buch und weitere Blogs, die das Buch vorstellen:
    http://www.lustvoll-mannsein.de/
    http://www.berenfaenger.com/blog/33-maennlichweiblich/375-maenner-sprechen-ueber-sex-neue-erkenntnisse-ueber-maennliche-lust-jenseits-des-geplappers.html?hitcount=0
    http://unrasiert-magazin.de/rezension-lustvoll-mann-sein-expeditionen-ins-reich-maennlicher-sexualitaet/

    1. „Wir haben das Buch nicht geschrieben, um wieder einmal einen neuen Idealmann auszurufen (…)“
      Oh ja, das dachte ich mir und das finde ich auch den absolut richtigen und notwendigen Ansatz.

      Dass eure Thesen bzw. euer Buch jedoch Fragen zur Rollenklärung und männlichen Identität aufwerfen, das liegt m.E. auf der Hand. Auch wenn du sie als „ausgeleiert“ empfindest. Wenn eure Gedanken SO Aufmerksamkeit bekommen und sie bei Männern – und Frauen – landen, erfüllen sie ihren Zweck. Auch wenn sich die Autoren möglicherweise zunächst etwas missverstanden fühlen sollten. Das halte ich für Berufsrisiko.

      Danke für deinen Kommentar, Saleem.

      1. Ja, das Risiko nehme ich gerne, und danke für die Aufmerksamkeit für das Thema, lieber Robert. Kürzlich sagte mir jemand: Danke, dass ihr mit diesem Buch Facetten von Männlichkeit eine Stimme gegeben habt, die im allegemeinen medialen Diskurs sonst nicht vorkommen.

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